Hainberg IV gewinnt bei Sparta III in einem sagenumwobenen Spiel mit 4:3

Boller(ix) mit lupenreinem Hattrick

Sowas brauche ich nicht so schnell wieder!“, fasste Kapitän Lukas Dannenberg dieses Ereignis zusammen und Recht hatte er. Was sich am Sonntagvormittag beim Spitzenspiel der 3. Kreisklasse ereignete, das erleben Spieler und Zuschauer nur alle Jubeljahre. Aber der Reihe nach ...

23 Kicker des SC wollten bei diesem Spiel um die Tabellenspitze dabei sein - was für ein Überangebot: Und so hatte das in Vertretung für Teamchef Lohse die Mannschaft aufstellende Trio Lutz Wegener, Marko Küster und Benni Börner nach intensivem Austausch 15 Spieler in den Kader berufen, die ihnen für diese Nominierung sicherlich noch lange Zeit tiefste Dankbarkeit gegenüber hegen werden, so denkwürdig, war dieses Ereignis.

Bei bestem Altweibersom- merwetter ging es gleich mit Volldampf los. Die im Durchschnitt um fast 13 Jahre jüngeren Spieler von Gastgeber Sparta III gaben von Beginn an richtig Gas und erinnerten mit ihrem Auftreten an durch die Gassen von Pamplona getriebene Jungbullen, mit ausgeprägtem Drang, ihre deutlich älteren Gegner auf die Hörner zu nehmen. Ungünstig, dass ihnen zuvor anscheinend niemand mitgegeben hatte, dass sie sich - bei allem angebrachten Ehrgeiz - auch bei einem Fußballwettspiel der dritten Kreisklasse in einem sozialen Kontext bewegen, in dem es außer den fußballspezifischen Regeln auch solche des respektvollen Miteinanders gibt. Unglücklich, dass Schiri Jürgen Bornemann (obwohl mit Karten

ausgestattet – s. Bild) , dem Geschehen reglementierend nichts entgegensetzte, so dass sich die Atmosphäre zwischen den Mannschaften zunehmend aufheizte. Die sich dem Altweiberalter nähernden Hainberger mussten den Sturm- und Drangversuchen der Gastgeber einiges entgegensetzen und zeigten mit zum Teil brillanten Kombinationen, dass sie noch weit von ihrer fußballerischen Menopause entfernt sind. Schon in der 3. Minute konnte der hervorragende Sparta Keeper Tobias Sorge den Ball gerade so noch von der Linie kratzen, im Gegenzug parierte SC-Torwart Frank Wolany mit einem großartigen Reflex. Und so ging es hin und her. Aco Pelé(sic), Boller (Daniel von Werder) Opa (Özgür Bilge), Dennis Steinmetz und Tobi Wagner brachten die Gegner immer wieder in Bedrängnis und so führte in der 19. Minute eine Ecke von Opa (Özgür Bilge) nach Vorlage von Aco Pelé(sic) zum verdienten 1:0 für die Hainberger durch Dennis Steinmetz.

Unglücklicherweise verletzte sich Christos Gouloudis frühzeitig, so dass Capitano-Trainer Wegener umstellen und Ole Fröhlich aus der Abwehrreihe vorziehen musste. 

Nach 28 Minuten erzielte Sparta nach einem Eckball den 1:1 Ausgleich, wobei der Referee ein zuvor eigentlich nicht zu übersehendes Stürmerfoul übersah und selbst Sparta-Coach Jens Schuster sich darüber verwundert die Augen rieb. 

Nach der zwischenzeitlichen 2:1 Führung von Sparta war auf Hainberger Seite ebenfalls Augenreiben angesagt. Nachdem der SC-Sturm die Sparta Hintermannschaft in ihrem Strafraum festgezurrt hatte, rettete ein Verteidiger für seinen Torwart mit dem Arm. Alle hatten es gesehen, nur Schiri Bornemann stand so unglücklich, dass er erneut keinen Blick auf das Geschehen hatte und einigen Betrachtern des Spiels das geflügelte Wort vom „cornflakes sammeln“ in Erinnerung kam. Tumultartige Proteste, Rudelbildung und gegenseitige Vorwürfe beider Mannschaften waren die Folge und schließlich entschied sich der Spielleiter dazu, den betroffenen Akteur zu befragen, der sich seines Vergehen nach längerer Bedenkzeit dann doch erinnerte. Den fälligen Strafstoß schob Aco Pelé(sic) absichtlich neben das Tor, was sich einerseits als Ausdruck des Protests und andererseits als Oskar verdächtiges Fairplay erwies. Hut ab. Sollte der DFB die Lehrvideos zum Thema Fairplay neu auflegen – Aco Pelé(sic) hätte mit dieser Aktion sicher seinen Platz. Aber auch bei den Gastgebern hinterließ diese Schlüsselszene des Spiels nachhaltig Eindruck. Denn nach der Pause  erwies sich diese Aktion von „Schalk Aco“ als geradezu perfekte paradoxe Intervention. Als wären für sie die Fugen der (Fußball-) Welt auseinandergebrochen, als hätten sie für sich die Macht der inneren Reflexion entdeckt, kamen sie nahezu sediert aus der Pause und wurden erst wieder wach, als Boller 

(Daniel von Werder) mit einem 30 Meter-Knaller in den Winkel das 2:2 erzielte. Kurz darauf, tankte er sich erneut auf der rechten Seite durch, ließ seine Gegenspieler abperlen, wie ein Blatt die Wassertropfen und war nur durch ein Foul zu stoppen. Den fälligen Elfmeter nutze Tobi Wagner mit seinem Fehlschuss um sich  einen Eintrag in Lukas Dannenbergs Bierkisten-Liste zu sichern. 

Nachdem Sparta nach einem schön herausgespielten Konter zur 3:2 Führung kam, bäumte sich Hainberg noch einmal auf. Kraftpaket Boller(ix), von dem gemunkelt wird, dass er als Kind in den Zaubertrank des Druiden Miraculix gefallen ist, entzauberte mit seinem 3:3 Sonntagsschuss und dem sich anschließenden 4:3 Siegtreffer alle Sparta-Hoffnungen auf einen sportlichen Erfolg.

Die starke Abwehr mit Marko Küster, Ole Fröhlich, Sven Förster, Guido Hübner und Axel Bachmann ließ danach nichts mehr zu, so dass Schiri Bornemanns Abpfiff diesem denkwürdigen Spiel ein Ende setzte.

Der neue Tabellen-führer:    

Frank Wolany, Guido Hübner, Tobi Wagner, Christos Gouloudis, Jan Ole Fröhlich, Eduard Hecht, Axel Bachmann, Daniel von Werder, Özgür Bilge, Muhidin Pelesic, Lukas Dannenberg, Marco Küster, Dennis Steinmetz, Sebastian Kloppmann, Sven Förster, Trainerteam: Lutz Wegener & Karko Küster

Benni „Börners“ Traumtor wird nicht belohnt

Ernüchternde 2:6 Niederlage bei Bovenden II

„Spielen wie Flasche leer!“, war einer der Hauptvorwürfe, die vor langer Zeit der damalige Bayern-Cheftrainer Giovanni Trapattoni in nach seiner Rage-Rede gegen Strunz & Co in die Mikrophone schmetterte. 

In Bezug auf die Beurteilung der Leistung seiner Mannschaft muss gestern Teamchef Jockel Lohse vermutlich ähnlich gedacht haben, denn „wie eine Flasche leer“, fast träge, ohne wirkliche Durchschlagskraft und bei weitem nicht so konsequent in der Chancenverwertung wie sonst, zeigte sich seine Elf. Nun könnte man versuchen, die Niederlage der Hainberger Kicker mit den hohen Temperaturen zu erklären, die jeden Schritt zum Kraftakt werden ließen, oder man könnte anführen, dass wichtige Leistungsträger wie Lukas Dannenberg und Ole Fröhlich gefehlt haben – oder darauf hinweisen, dass die Mannschaft in dieser Besetzung noch nicht zusammengespielt hat oder die Niederlage damit begründen, dass aufgrund der Verletzung von Guido Hübner kein Auswechselspieler zur Verfügung stand – oder ... oder ... oder ... Möglicherweise alles richtig, aber bei ehrlicher Betrachtung lässt sich feststellen, dass der Gegner an diesem Tag in verschiedenen Belangen einfach besser drauf war.

Dabei gab es einige starke Momente: z.B. als sich Daniel von Werder in der ersten Halbzeit durchtankte, dann aber mit Pech am leeren Tor vorbeischoss. Oder die schnellen Sprints von Dennis Steinmetz, mit denen er ein ums andere Mal großartig Freiräume für seine Mitspieler schaffte. 

Den überragenden Moment im Hainberger Spiel aber kreierte Benni „Börner“. Beim Stand von 1:0 für Bovenden nahm er den Ball 20 Meter vor dem gegnerischen Tor mit rechts an, machte eine schnelle Seitwärtsbewegung ähnlich der Gelben Blechralle beim Balztanz, um dann mit der linken Klebe die Kugel direkt aufs Tor zu zimmern. Das sind die Momente, von denen jeder Fußball träumt. Ein Spieler, der versteht, was er will, der ihn technisch zuerst liebevoll mit den Füßen streichelt, ihn   

dann aber im rechten Moment etwas härter rannimmt. Mit geschätzten 125 Stundenkilometern schlug Bennis-Bombe im Dreieck des gegnerischen Tores ein. Was für ein herrlicher Treffer vom Dauerläufer auf der linken Bahn. Ernüchterung für Bovenden, Hoffnungsschimmer für den SC.

Trotz weiterer Chancen auf beiden Seiten ging es beim Spielstand von 1:1 in die Pause. Teamchef Lohse wählte bei 29°C zurecht ein schattiges Plätzchen und an der Ruhe der Mannschaft zum Wechsel war deutlich zu spüren, dass diese Erholung bitter nötig war.

Nach dem Wiederanpfiff gab es dann die kalte - aber leider nicht erfrischende - Dusche für die Hainberger Gäste. Im Erschlappungs-Modus mussten die Hainberger mitansehen, wie sie von den zu diesem Zeitpunkt deutlich kraftvolleren Bovender Spielern förmlich überrollt wurden. In nicht einmal 12 „schwarzen“ Minuten kassierten sie 4 Tore und damit war die Partie auch schon frühzeitig entschieden.

Was dann noch lief, war bestenfalls der Schweiß, für ein Aufbäumen fehlte einfach Kraft und Motivation. Und so plätscherte das Spiel vor ungefähr 30 Zuschauern unspektakulär vor sich hin. Bei Hainberg ging nicht mehr viel, Bovenden wollte nicht mehr viel und so klang, trotz des 2:6 Treffers von Daniel von Werder zwei Minuten vor Schluss,  der Abpfiff des Schiedsrichters wie ein Konzert der Elbphilharmoniker in den Ohren aller beteiligten Kicker. Und der eine oder andere dachte nur erleichtert: Zum Glück habe ich fertig.

... dachte sich auch der Verfasser Babba K.

Die Hitze-Helden vom SC:

Frank Wolany, Ibo Aslin, Benni Krift, Dennis Steinmetz, Lutz Wegener (C), Daniel von Werder, Guido Hübner, Christos Goeuloudis, Aco Pelé(sic), Eduard Hecht, Harry, Axel Bachmann, Teamchef: Jockel Lohse

 

Hainbergs IV. startet Siegesserie

Gelungenes (Asistenz-)Trainerdebut von Marko Küster beim 4:2 Auswärtssieg gegen SG EllershausenII / Grone II

Zeigt an, wo es lang geht: Marko Küster

 

Danach schielen die Großen der Branche ein ganzes Trainerleben lang: drei Punkte im Schnitt. Was Vielen jedoch vergönnt bleibt, kann Trainer-Youngster Marko Küster für sich beanspruchen. Ein Spiel als Coach, drei Punkte im Durchschnitt. Welch eine Bilanz.

Dabei musste er sich diesen Erfolg am Sonntag bei bestem Fußballwetter redlich verdienen. Zunächst bedurfte es einer passgenauen Aufstellung gegen die spielerisch starken Gastgeber. Und weil er vorausgesehen hatte, dass in der Rückwärtsbewegung auch mal gegenhalten werden musste, setzte er in der Startelf auf „Crash-Waltemathe“, und konnte  so auf Nummer sicher gehen,  dass „Blech-Björn“ den direkten Kontakt nicht scheut. Kaum war die Partie angepfiffen, stand es auch schon 1:0 für SG EllershausenII / Grone II. Ein sehr schön herausgespielter Treffer, der Coach Küster zum handeln zwang. Einige kurze Anregungen von der Seitenlinie und schon kam die Hainberger

Beste Haltungsnoten: Luki Dannenberg

 

Angriffsmaschinerie zum Laufen. Aus der Abwehr wurde das Spiel besonnen und mit Übersicht von Ole Fröhlich und Luki Dannenberg aufgebaut. Sie konnten sich immer wieder nach vorne mit einschalten, da mit Axel Bachmann und Guido Hübner zwei zuverlässige Größen für die notwendige Absicherung sorgten. Im Hainberger Mittelfeld tummelte sich wie gewohnt ein Ensemble von Filigranisten, die mit zunehmender Spieldauer mit ihrer Klasse die Zuschauer zum Staunen brachten. In der  12. Minute spitzelte Benni Börner den Ball schnittstellengerecht auf Dennis Steinmetz, der drei Abwehrspieler und den Keeper umkurvte und dessen aus spitzem Winkel geschossener Ball kurz vor Überschreiten der Linie noch abgewehrt wurde. Der sich daran anschließende Eckball wurde von Capitano Lutz Wegener hoch und weit  auf den Kopf von Aco(Pelé)sic geflankt und der beste Kopfballspieler im Bezirk nickte unhaltbar zum 1:1 Ausgleich ein. Benni Börner nahm dann für

Slalomspezialist: Aco Pelé(sic)

 

seine Vorarbeit, die zum Eckball führte, auch gleich einen Asist-Asist-Asist-Punkt für sich in Anspruch. Recht so, Ehre, wem Ehre gebürt.

In der Folge kamen die Gäste immer wieder mal zu Einschussmöglichkeiten, aber Fänger Sven Förster verlieh dem SC mit seinen Paraden die notwendige Sicherheit.

In der 32. Minute nutzte dann Stürmerfuchs Dennis Steinmetz eine Unachtsamkeit im Strafraum der Heimmannschaft. Einen vom Torwart verstolperten Ball schob er seelenruhig zur 2:1 Halbzeitführung ein.

Nach der Pause forcierte Ellershausen / Grone noch mal den Druck, doch Abwehrbollwerk Christos Gouloudis fing nahezu jeden Angriff ab. Ein Wunder dabei, dass die Angreifer überhaupt noch versuchen, mit dem Ball an ihm vorbeizukommen. Nach einem von Capitano Wegener getretenen Freistoß (Asist-Asist), schraubte sich wieder einmal Aco(Pelé)sic am höchsten (Asist), den vom Fänger gerade so noch abgewehrte Ball brachte Dennis

Verdienter Schluck auf den Erfolg

 

Steinmetz unter Kontrolle und anschließend im Netz des Tores der Heimmannschaft unter, so dass Hainbergs IV. nun allmählich final auf die Siegerstraße einbog. Daran änderte auch der kurzzeitige 2:3 Anschluss nicht mehr viel, denn erneut spielte  Aco(Pelé)sic groß auf. Nach einem tollen Slalomsolo durch die halbe Ellershäuser Hintermannschaft und kurzem tiki taka  mit Benni Börner  schob er zum verdienten 4:2 Endstand ein und bescherte damit Trainerdebutant Marko Küster eine lupenreine Bilanz, um die ihn viele andere beneiden.

 

Die Sieger vom SC Hainberg: Sven Förster, Guido Hübner, Olé Fröhlich, Lukas Dannenberg, Axel Bachmann, Christos Geouloudis, Björn Waltemathe, Benjamin Krieft, Dennis Steinmetz, Aco(Pelé)sic, Lutz Wegener, Lasse Sager, Ibrahim Aslin, Hermann Fuge, Michael Klapproth.

Zwei verschossene Elfmeter beim 3:2 Auswärtssieg von Hainberg IV. beim SC Weende

Hainbeger Spieler stehen gestärkt wieder auf

Seit gestern muss man sie in einem Atemzug mit Michael Kutzop, Diego Maradonna, Christiano Ronaldo, Lothar Matthäus und Uli Höneß nennen: Boller“ (Daniel von Werder) und „Capitano“ Lutz Wegener von Hainbergs IV. Mannschaft ... aber der Reihe nach.

Sie sind angetreten und als Helden - wahrhaft gestärkt - kehren sie zurück. Damit sind die Spieler von Hainbergs IV. Mannschaft gemeint, die in einem sagenumwobenen Auswärtsspiel die dritte Mannschaft des SC Wende mit 3:2 niederrangen. Aber damit sind auch zwei besondere Spieler gemeint: „Boller“ (Daniel von Werder) und „Capitano“ Lutz Wegener. Denn ihnen ist etwas gelungen, woran schon die Größten der Branche kläglich gescheitert sind: Sie haben im Spiel beide einen Elfmeter versemmelt, doch anders als viele andere sind sie daran nicht zerbrochen. Alle Achtung.

Eigentlich sind es nur elf Meter. Elf Meter, die zwischen Glück und in manchen Fällen ewiger Verdammnis liegen. Ein schmaler Grad und manchmal auch das ganz dünne Eis, das zu brechen droht. 

Dabei sieht es so einfach aus: Ball zurecht legen, Anlauf nehmen, schießen, abdrehen. Das kann jeder und manchem ist es gar peinlich für eine derart banale sportliche Leistung Glückwünsche entgegen zu nehmen.

Doch all zu häufig hat das Scheitern vom Punkt erhebliche negative Auswirkungen auf das weitere Leben – im sportlichen, aber vor allem im Privaten. Denken wir z.B. an Diego Maradona der im WM Viertelfinale 1990 gegen Jugoslawien scheitere. Er ließ nach seiner Karriere fast keine Untiefe des gesellschaftlichen Lebens aus: Kokain, Rindfleisch, Zigarren, Alkohol im Übermaß sowie hohe Steuerschulden waren der Preis, den der ehemaligen Ballkünstler zahlte und der ihn zu einem Getriebenen werden ließ. Getriebenheit in einem anderen Sinne war das Los eines anderen Fehlschützen: Lothar Matthäus im Pokalfinale 1984 gegen die Bayern, zu denen er nach diesem Endspiel wechseln sollte. Er ballerte das Leder mit Schmackes über das Bayern-Tor und stürzte seine Mannschaftskameraden, aber vielmehr sich selbst, in dunkelste Träume. Als Mittel dieses Trauma zu bewältigen zeigte er sich als einer Urheber der #meToo-Bewegung, verfiel der Polygenie (Vielweiberei) in einem Maße, dass selbst der Postillon jüngst nicht umhinkam, die Geburt seiner im Jahre 2035 achtzehn Jahre alten siebten Ehefrau freudig zu feiern. 

Christiano Ronaldo scheiterte schon etliche Maße vom Punkt und welch tiefen Riss diese Ereignisse in seiner Psyche hinterlassen haben, konnte man sich vor einiger Zeit im Championsleague-Finale gegen Atletico Madrid gewahr werden. Bei einer sicheren 3:1 Führung in der letzten Minute der Verlängerung trat der Pfau zum 

Elfmeter an und traf zum aus seiner Sicht wohl entscheidenden 4:1. Normalerweise treibt es jedem  Amateurfußballer die Schamesröte ins Gesicht, sich für einen verwandelten Elfmeter feiern zu lassen. Nicht so Christiano Ronaldo. Der fernsehzugeschalteten Welt, zeigte er nach euphorisch zur Eckfahne hingelegtem Sprint sogar noch seinen inzwischen vom Trikot befreiten blanken Oberkörper  - aus purer Freude über dieses wichtige 4:1 in letzter Sekunde. Was die Bilder nicht zeigten, war, dass er da alleine lag, so sehr hatte er sich mit seiner Selbstdarstellung in die Einsamkeit manövriert. „Augen auf bei der Berufswahl“, möchte man da talentierten Jugendfußballern zurufen. 

Das aus deutscher Sicht tragischste Beispiel dieser Ahnengalerie der Elfmeter-Gescheiterten aber bietet der Bayer Uli Höneß, der im finalen Shootout der Europameisterschaft 1976 den Ball in den Belgrader Sternenhimmel jagte.

Ihn ereilten gleich mehrere furchtbare Schicksalsschläge: nach Wurstfabrikation und FCB-Präsidentschaft trieb es ihn über die Spekulationssucht in den Steuerhinterzug, was dann in einem Einzelzimmer in der Justizvollzugsanstalt Landsberg sein Ende fand.

Nach Beendigung dieser von ihm als ungerecht empfundenen Konsequenz zeigte er sich bar jeglicher Selbstreflexion und damit als ein lebenslang Bestrafter. Das ist der Stoff der zum Mitleiden einlädt. Diese Geschichte sollte verpflichtend ins schulische Curriculum der Werteerziehung aufgenommen werden.

Zurück zum SC Hainberg und zu unseren Helden, Boller und Capitano Lutz. Sie scheiterten am Donnerstag Abend zwar mit sensationell schwach geschossenen Elfmetern, allerdings kehrten sie nach mehreren Kaltschalen und etlichen Sprüchen ihrer Mannschaftskameraden unbeschadet in das gesellschaftliche Leben zurück, so wie es wie in dem neuen WM-Song „Kasatschok auf einem Bein“ von Babbas Projekt anklingt: „Und wenn wir mal fallen, das nehm(en) wir in Kauf, stehen wir – gestärkt wieder auf.“ Was für eine Leistung – Hut ab.

Ach ja, da war doch noch was anderes: 2 Tore von Dennis Steinmetz, eins von Boller und eine Mannschaft, in der alte Fußballergrundsatz „11 Freunde müsst ihr sein“  Lebendigkeit erfährt.

Die Zeitzeugen dieses Spektakels:

Reinhard Penno, Ibo Aslin, Benjamin Krieft, Dennis Steinmetz, Lars Heuermann, Sven Förster, Lutz Wegener, Ole Fröhlich, Hermann Fuge, Lukas Dannenberg. Azo Pelé(sic), Christos Gouloudis,  Boller - Daniel von Werder, Marko Küster – Teamchef: Jockel Lohse

Aus mehr als elf Metern Entfernung:

Babba Kloppmann

Teamchef Lohse schickt seine Mannschaft zum Eiersuchen

Teambuilding beim SC Hainberg am Ostersonntag

Wo andere Mannschaften sich auf glühenden Scherben die blutenden Füße verbrennen, sich beim „Dinner in the Dark“ den Rotwein über die Hose kippen oder oder dem Temkameraden beim Bubble Football so „ganz aus Versehen“ mal richtig einen mitgeben und das ganze dann sogar noch medienwirksam als heilsame und teambildende Maßnahme zugleich verkauft wird, hat sich SC Hainberg Präsident und Teamchef der vierten Mannschaft, Jockel Lohse, wieder mal was ganz Besonderes einfallen lassen: Passend zum Osterfest und damit zum jahrezeitlichen Brauch hat er seine Kicker zum Eiersuchen auf den Platz geschickt.

Was war das heute Morgen am Ostersonntag für eine Überraschung, als seine Mannschaft auf den Zeitenterrassen erschien. Anstatt des gewohnten Trainingsanzugs mit den Initialen „JL“ hatte sich Teamchef Lohse feierlich in Schale geworfen und begrüßte sein Team im Original-Mümmelmann-Kostüm. 

Und ehe sich seine Spieler besannen, drückte Hainbergs Chef-Meister Lampe seinen Schützlingen auch schon ein Körbchen in die Hand und lud sie so zum fröhlichen Eiersuchen ein. Zudem hatte Teamchef Lohse sogar noch an die passende musikalische Untermalung gedacht, denn aus allen Lautsprechern erklank der Stimmungsevergreen von Klaus und Klaus: „Klingelingeling ... hier kommt der Eiermann“

Und wer hätte das gedacht: Wie eine Horde in die Freiheit entlassener Karnickel hoppelten die Hainberger Spieler begeistert los und machten sich mit ihren Körbchen auf die Eiersuche. Lohse zeigte sich dabei zunächst selbst positiv überrascht, wie sehr sich seine Spieler auf diese durchaus gewagte Initiative einließen, doch schon bald war klar: mal wieder ein voller Erfolg, was sich der „Theraput“ von Hainbergs IV. hier hat einfallen lassen. Wenn einer das kleine Trainer-Einmaleins beherrscht, dann er. Da weiß einer, wie der Hase läuft!

Auf die Frage, was er sich dabei gedacht habe, antwortete Lohse gewohnt vielschichtig: „Nun ja, wir wissen ja alle, dass unsere Vorfahren noch Jäger und Sammler waren und wie man hier gerade sehen kann, steckt dieser Urtrieb auch noch in meinen Spielern. Außerdem haben sie so die Gelegenheit, mal wieder das Kind im Manne zu entdecken (überlegt).

Mal ehrlich, in der heutigen Zeit haben Männer doch eine ganz andere – deutlich vielschichtigere und anspruchsvollere Rolle als früher. Sie sollen Vorbild sein, stark sein, zugleich aber auch sensibel. Sie sollen Gefühle zeigen und sich auch mal fallen lassen können, aber trotzdem kein Softie sein. Es wird erwartet, dass sie eigene Bedürfnisse zurückstellen und dennoch immer im Blick haben, wo es lang geht ...dürfen aber dabei bloß nicht nach Achselschweiß riechen.  

Männer sollen eine Meinung haben und sie auch äußern ... (macht eine kurze Pause), allerdings nur, wenn man sie danach fragt. Sie sollen ihr Bier genießen dürfen

und und trotzdem ein Sixpack haben (lacht) ... (guckt nachdenklich). Von allen Seiten wird an ihnen gezogen. Wenn das nicht paradox ist! Diesen Irrsinn steckt selbst der stärkste Kerl auf die Dauer nicht unbeschadet weg, das verlangt geradezu nach Karthasis und wenn die Gesellschaft da versagt, dann hat ein Fußballverein heutzutage eine besondere Verpflichtung. Wenn sie hier nicht in ihren Bedürfnissen gesehen werden – wo denn sonst? Und das ist der Grund dafür, dass meine Kicker hier und heute Eier suchen und sie dann auch noch stolz vergleichen (lacht).

Zudem steht das Ei ja auch als Symbol für Erneuerung und für Fruchtbarkeit und wer im österlichen Sinne keinen Zugang dazu haben sollte, kann es kann ja auch mit Wilhelm Busch nehmen, wenn der sagt: Das weiß ein jeder, wer's auch sei, gesund und stärkend ist das Ei. In diesem Sinne wünsche ich allen Hainbergern: Frohe Ostern!“

Mit dabei bei der Eiersuche: Babba Kloppmann (am Ostersonntag, 1.4.2018)

Hainberg IV. mit besonderem Klangerlebnis

1:4 Niederlage gegen SVG III

Frühlingshaft bestens gelaunt zeigte sich an diesem Sonntagvormittag die Sonne, die frühen Vögel zwitscherten harmonisch und stimmten so bei angenehmen Temperaturen die zahlreich erschienenen Zuschauer auf das Heimspiel von Hainbergs IV. Mannschaft gegen die SVG III ein.

Bis zum Ende der Hinserie noch als Hainbergs V. in der 3. Kreisklasse am Start, in der Winterpause jedoch aufgrund interner Veränderungen in die 2. Kreisklasse „aufgestiegen“, war es also für diese SC Mannschaft ein Auftaktspiel in der nächst höheren Klasse. Und als wollten sich die Hainberger Kicker ganz der aufblühenden Natur anpassen, zeigten sie sich von Beginn an äußerst kraftvoll und kamen in den ersten Minuten zu zahlreichen Chancen. Zunächst war es ein von „Boller“ (Daniel von Werder) nach zwei Minuten geschossener Ball, der vom Pfosten  zurück ins Spielfeld prallte und unmittelbar darauf scheiterte „Boller“ erneut. Sein Erfolg versprechender Schuss verfehlte das Tor nur knapp. Da war wirklich Musik drin und so ging es in den ersten Minuten weiter. Hainberg IV. spielte sich eine Chance nach der anderen heraus, einzig der Ball entschied sich nicht zur verdienten Führung ins gegnerische Gehäuse zu springen. Ganz anders geschah es dann vor dem Tor der Hainberger. Ein einziger Konter der SVG reichte, das Spielgeschehen nach 10 Minuten auf den Kopf zu stellen. Nach einem schön in die Spitze gespielten Ball, reichte ein Tick mit der Fußspitze, den aus dem Tor eilenden SC-Fänger Reinhard Penno zu überwinden. 1:0 für die SVG nach 10 Minuten.

Auch wenn das so gar nicht zum   bisherigen Spielverlauf passte, ließen sich die SC-Kicker davon jedoch nicht allzu sehr irritieren. Es wurde weiter nach vorne gespielt. Der trendbärtige Lukas Dannenberg eröffnete das Spielgeschehen aus der Abwehr heraus,

Co-Capitano Benni Börner tankte sich mehrfach auf der linken Seite durch, Fußball-Filligrant Christos Gouloudis dirigierte im Mittelfeld, Dennis Steinmetz und Lasse Bahnsen wirbelten die SVG- Abwehr durcheinander, doch es war wie verhext, vor dem Tor ging die notwendige Konzentration verloren. Und so manch einer der Betrachter des Spiels fragte sich, wie es möglich war, dass bei einer derartigen Überlegenheit nichts Zählbares heraussprang.

Einige Zuschauer am Rand vermuteten, dass die Hainberger Einschussirritation durch die seltsam schrill klingenden Rufe vom Spielfeldrand verursacht wurden. Und tatsächlich, in regelmäßigen Anständen - kaum überhörbar - erklang es, als würde ein in der Not rufendes aus dem Nest gefallenes Vögelchen um Hilfe schreien. Anfangs mit einem dem Kleiber ähnlichen tiü-tiü-tiü, wiwiwiwi, twitt, zit, zit, dann von einem der Elster ähnlichen tschek-tschäk-tschäk und im Abschluss wie ein Gartenbaumläufer mit ti-ti-ti-terit sri sri. Wahrhaft laut und noch mehr schrill. Doch all denen, die ihre Blicke suchend in die Baumwipfel umstehender Vegetation am Leineufer richteten, wurde schnell wurde klar, es handelte sich bei diesem seltsam erklingenden Gesang nicht um den Hilfeschrei eines Jungvogels, sondern um lautstarke Anfeuerungsrufe von Seiten der SVG-Bank.

Was möglicherweise als Steuerungsimpuls der eigenen Mannschaft intendiert war, erwies sich als geeignetes Mittel, die Hainberger Stürmer so zu irritieren wie einst Odysseus die Rufe der Sirenen, sodass sie einfach nicht mehr verorten konnten, wo sich das gegnerische Tor befand. Ein wahrhaft geschickter Schachzug der Gäste, die dann – auf diese Art angefeuert – kurz vor der Pause mit ihrer zweiten Chance zum 2:0 kamen. „Hier in der 2. Kreisklasse wird halt mit anderen Mitteln gearbeitet“, witzelte danach ein Zuschauer am Rande.

Nach dem Wechsel dauerte es gerade einmal 30 Sekunden, bis Hainberg durch Dennis Steinmetz nach schöner Vorarbeit von Mario Siegmann auf 2:1 verkürzte, so dass noch einmal Hoffnung aufkeimte. Doch kurz darauf gelang es der SVG erneut, eine Unaufmerksamkeit in der Hainberger Abwehr auszunutzen, so dass der zwei Tore Vorsprung wieder hergestellt werden konnte.

Dem hatte die Mannschaft von Teamchef Lohse nicht mehr viel entgegenzusetzen, da weitere herausgespielte Chancen erneut nicht genutzt werden konnten, so dass die SVG dann nach einem scharf geschossenen Eckball zum 4:1 Endstand-Treffer kam.

„Wir haben einfach in der zweiten Halbzeit zu ungenau gespielt, die Bälle zu schnell verloren und vielleicht hat am Ende auch ein wenig die Kraft gefehlt“, resümierte anschließend Dauerläufer Christos Gouloudis treffend.

Und Lukas Dannenberg ergänzte augenzwinkernd: „Mir klirren immer noch die Lauscher. Das nächste Mal spielen wir halt mit Ohrstöpseln“, so dass trotz dieser 1:4 Niederlage schnell wieder die SC typische heitere Grundstimmung einkehrte und weitere Vorfreude auf die den Frühling einleitenden Klänge aufkam.

Das Team des SC:

Reinhard Penno, Benjamin Mecke, Benni Börner, Guido Hübner, Konstantin Heppner, Christos Goeuloudis, Lasse bahnsen, Benjamin Krieft, Dennis Steinmetz, Lukas Dannenberg, Daniel von Werder, Ibrahim Aslim, Bastian Zitzscher, Eduard Hecht, Mario Siegmann, Betreuer: Wolfgang Thiele, Teamchef; Jockel Lohse

Vom Spielfeldrand: SK

 

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